In Deutschland gibt es ein großes Potenzial für die Verlagerung von mehr als 50 Prozent der Krankenhaus-Fälle in die ambulante Versorgung, wo die Patienten und Patientinnen deutlich günstiger und effizienter versorgt werden könnten. Das zeigt eine Analyse für den aktuellen Krankenhaus-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Das „Ambulantisierungspotenzial“ ist im Bereich der Grundversorgung wie der Inneren Medizin oder der Allgemeinen Chirurgie besonders groß. Erste Erfahrungen mit den sogenannten Krankenhaus-Leistungsgruppen in Nordrhein-Westfalen deuten laut Report darauf hin, dass die Krankenhausreform gerade in der Grundversorgung kaum für Strukturveränderungen sorgen wird, während im Bereich spezieller Operationen bereits eine deutliche Konzentration stattgefunden hat. Außerdem zeigen die Analysen des Krankenhaus-Reports, dass die im Rahmen der Reform geplante Vorhaltevergütung und das 2020 eingeführte Pflegebudget einer stärkeren Ambulantisierung entgegenwirken. Problematisch sind außerdem die zahlreichen Ausnahmeregelungen, die im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens verankert wurden.
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